Achtung Aufnahme (2006)

Nach dem "Aus von Monaco" suchten wir eine neue Herausforderung und beschlossen, noch einmal ein Demo aufzunehmen.

Wir hatten schon einige Zeit vorher den Proberaum gewechselt (ein Studio - Proberaum - Mix unter dem Namen IMPRO-Music), in welchem wir den bemerkenswerten Musiker und Produzenten Jan Purfürst kennenlernen durften. Dort nahmen wir unter seiner Regie zunächst die Drumspuren auf. Mit diesem Material begaben wir uns dann in mein kleines, bescheidenes Home-Studio und nahmen den Rest auf.

Zu diesem Zeitpunkt hatte mein alter Kumpel Klaus leider schon die Segel gestrichen, da er sich aus beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage sah, uns mit der angemessenen Intensität zu begleiten. Die Aufnahme und das Mixing der Demo-Spuren war mein erstes ernstzunehmendes Projekt als "Produzent" und ich musste feststellen, dass dieses Unternehmen alles andere als einfach war.

So lernte ich in dieser Phase, dass diesem "Handwerk" eine mindestens genauso hohe Bedeutung zukommt, wie dem der Musiker selbst. Man ist in der Rolle eines Regisseurs und als solcher für das Gesamtbild verantwortlich - und das ist neben dem sehr aufwendigen Erlernen der Aufnahme-Software auch mit sehr viel Fingerspitzengefühl für das Gesamtgefüge, Einfühlungsvermögen für jeden Einzelnen und vor allem ansruchsvollem Gehör verbunden.

Nach Fertigstellung des Roh-Mixes übergab ich die Aufnahmen zwecks Mastering nochmals in die Hände von IMPRO-Music, wo dann das Endergebnis produziert wurde. Als Fazit bleibt eine ganz anständige Aufnahme von insgesamt fünf Songs sowie ein unschätzbarer Erfahrungswert in Bezug auf Aufnahmeproduktionen. Der Aufwand hat sich also "alles in allem" gelohnt.

Abschied von zwei Freunden (2007)

Nach der DEMO-Produktion meldete sich Klaus wieder, da er die Musik doch sehr vermisste. Wir überlegten gemeinsam, wie man ihn trotz Zeitmangels integrieren könnte und schlugen eine Art Teilzeitjob vor, da Klaus einfach ein unglaublich netter Kerl und darüber hinaus auch ein verdammt guter Gitarrist ist.

Als Ergebniss muss man feststellen, dass eine solche Geschichte in einer Band leider einfach nicht funktioniert. Man braucht - vorausgesetzt, dass man einen gewissen Qualitätsstandard halten möchte - Leute, die in etwa das gleiche zu investieren bereit sind und auch mit dem gleichen Herzblut an die Sache herangehen.

Dies war letztendlich auch der Grund, warum wir uns nicht nur von Klaus, sondern auch von Jan trennen mussten. Auch er ist als Geschäftsführer einer Firma derart beruflich gebunden, dass er aufgrund seiner Ausfallzeiten diesem Qualitätsstandard als Musiker nicht mehr gerecht werden konnte.

Allerdings sollte sich in der Folgezeit glücklicherweise eine andere Rolle für ihn ergeben. Aufgrund zweier anstehender Auftritte in Hamburg und Duisburg und mangels Vorhandenseins eines adäquaten Mischers, den wir für diese Gigs dringend brauchten, bot Jan sich für eben diesen Posten an.
Er hatte zwar absolut keine Erfahrung in diesem Bereich, aber wir ließen es halt einfach mal auf einen Versuch ankommen - mit überraschendem Ergebnis.

In beiden Fällen bescheingte uns das Publikum später einen absolut "amtlichen" Sound und somit war und ist dieses Problem zu unserer großen Freude mit dem bestmöglichen Ausgang gelöst worden. Jan scheint einfach das richtige Händchen bzw. Öhrchen für diese Aufgabe zu besitzen.

Das hat zur Folge, dass er doch irgendwie noch mit im Boot ist, ohne sich selbst unter Druck oder der Unzufriedenheit seiner Mitmusiker aussetzen zu müssen. Da auch Klaus signalisiert hatte , im Notfall für diesen Job zur Verfügung zu stehen, kann man wohl zufrieden resümieren, dass beide nicht nur irgendwie außenstehende Freunde, sondern auch noch "gefühlte" BELINDAS sind.

Ein Fest in Hamburg (20.07.2007)

Da sich unser - vor Jahren nach Hamburg abgewanderter - Ex-Gitarrist Michel Bernert trotz intesivster Warnungen nicht davon abbringen ließ, seine freundschaftliche Beziehung gegen eine eheliche Verbindung einzutauschen, plante er zu diesem Anlass ein großes Fest.
Bei der Planung des musikalischen Rahmenprogramms bat er uns nach einigem Hin und Her darum, diese Aufgabe zu übernehmen
(ursprünglich hatte er an eine Art "All-Star-Band" gedacht, an der sich auch unser Ex-Bassist Marc Müllers beteiligen sollte, was jedoch daran scheiterte, dass seine Freundin zu eben diesem Zeitpunkt "ausgezählt" war und er somit in freudiger Erwartung in Regensburg blieb).

Wie dem auch sei, wir nahmen das Angebot gerne an, da Hamburg natürlich auch ohne jeden Grund immer eine Reise wert ist. Die Vorstellung, dass wir dort - zum ersten mal in neuer Vierer-Besetzung - für unseren alten Kumpel Michel aufspielen würden, erzeugte eine gute und optimistische Stimmung, die auch nicht enttäuscht werden sollte. Jan war zum ersten mal in seiner neuen Funktion als Mischer dabei - und auch das erwies sich als eine gute und richtige Entscheidung.

Nach der Ankunft im Hotel schmissen wir uns erstmal so richtig in Schale. Ich teilte mir mit Jan ein Zimmer und wir hatten schon während der etwas hektischen "Umziehphase" Grund zu guter Laune, da uns unser Navi im Hotelzimmer dumpf aus der Reisetasche heraus mitteilte, dass wir unser Ziel nun erreicht hätten.
Mit der S-Bahn ging es dann zur Reeperbahn und zu Fuß weiter zum Ort der verhängnisvollen Entscheidung - der Kirche zu St.Pauli (mit Blick auf den Hafen).
Nachdem alle Würfel gefallen waren, zog das Brautpaar zu den Orgelklängen von "You'll never walk alone" aus und es gab Sekt, Schnittchen und andere Leckereien.
Nach dieser kleinen Stärkung erhielten wir alle rote, herzförmige Ballons , die dann gleichzeitig in den Himmel entlassen wurden (ach, wie schön - seufz).

Auf der Straße wartete anschließend ein knallroter, offener Doppeldeckerbus, der die Gäste von St.Pauli zum Veranstaltungsort in Altona fuhr. Wer oben saß, musste sich zwar während der Fahrt vor den tief hängenden Zweigen der Hamburger Alleebäume in Sicherheit bringen, aber das sorgte mehr für allgemeine Heiterkeit als für tatsächliche Gefahr.

Nach Ankunft und Essen stieg mein Puls dann langsam aber merklich an, da ich nicht dafür verantwortlich sein wollte, diese - bis dahin - fantastisch gelungene Veranstaltung durch unseren Auftritt mit einem Manko belastet wird. Wir waren zwar gut vorbereitet und hatten auch schon vorher einen Soundcheck gemacht, aber man weiß halt nie so richtig, wie die Mucke "zündet" - es kommt auf verschiedenste Faktoren an, die man nicht immer selbst beeinflussen kann. So kam das Brautpaar auf die Bühne, kündigte uns an und wir legten los.

Es gibt so Momente, in denen du spürst, dass das Publikum vom ersten Ton an auf deiner Seite ist - und das war ein solcher.
Die Leute gingen sofort mit, es wurde sogar - ohne den üblichen "Anfangs-Hemmschuh" - schnell getanzt und wir bekamen tosenden Beifall. Ich hatte zwar gehofft, dass es ganz gut laufen würde, aber mit einer solch überwältigenden Resonanz hatte ich wirklich nicht gerechnet. Das sind dann die Momente, in denen du weißt, warum du dir den ganzen Stress antust.

Ich durfte im weiteren Verlauf des Auftritts auch mit einer netten jungen Dame (Alex) "All the small things" singen, die Michel noch aus seiner Zeit im Rheydter Cafe Eumel kannte. Die konnte das richtig gut und das "Duett" hat riesig Spaß gemacht.

Als Höhepunkt nahm Michel das Mikro noch mal selbst in die Hand und sang - das bereits in der Kirche georgelte - "You'll never walk alone", diesmal in der Belindas-Version.
Selbst die ausgefallene Klima-Anlage im Partyraum konnte nicht verhindern, dass auch nach unserem Auftritt bis in den Morgen weitergetanzt wurde. Wir waren zwar alle bis auf die Unterhose durchgeschwitzt - aber irgendwie war das an diesem Abend völlig egal und alle waren zufrieden und glücklich.

Mit etwas Abstand betrachtet gehört dieser Gig wohl zu den schönsten und persönlichsten, an denen ich teilnehmen durfte. Auch das ganze Drumherum lief total entspannt und harmonisch ab - also noch mal eine großes "Danke" an Simone und Michel.